Urlaub im Süden mit dem Hund?
Ja, darf man und das habe ich mit meinen 3 Windhunden (Foto aus Andalusien/Spanien in 10/25) auch schon gemacht – aber bitte mit der richtigen Vorsorge!
Haben Sie schon einmal von Leishmaniose und Herzwürmern gehört?
In wärmeren und südlichen Ländern wie z.B. im Mittelmeerraum kann Ihr Hund sich damit infizieren. Beides sind schwerwiegende Erkrankungen, die man lieber nicht aus dem Urlaub mitbringen möchte.
Der Erreger der Leishmaniose wird beim Blutsaugen über dämmerungs- und nachtaktive Sandmücken übertragen. Nach der Infektion vermehren sich die Einzeller zunächst lokal in der Haut und verteilen sich anschließend über das Blut in die Organe.
Die meisten Hunde sind lange symptomlos, allerdings kann die Erkrankung auch nach bis zu 8 Jahren noch ausbrechen. Erste Anzeichen sind lokal begrenzte Hautläsionen vor allem an den Ohrrändern und der Nase, die schlecht abheilen. Vergrößerte Lymphknoten, Gewichtsverlust, Nasenbluten und Schwäche sind ebenfalls möglich. Erkennt man die Erkrankung nicht rechtzeitig, kann diese bis zum Tode führen.
Wie kann man dem Vorbeugen?
Möchte man auf die vierbeinige Gesellschaft im Urlaub nicht verzichten, muss gut vorgesorgt werden. Dafür geeignet sind sogenannte repellierende (abwehrende) Ektoparasitika wie Spot Ons, die mindestens 3 Tage vor dem Urlaub aufgetragen werden müssen oder bestimmte Zeckenhalsbänder, damit die Sandmücken gar nicht erst stechen. Der Vorteil ist, dass man damit auch gleichzeitig einen Schutz gegen alle anderen von Zecken übertragenden Erkrankungen hat (Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose und andere)
Eine weitere Möglichkeit ist die Impfung gegen Leishmaniose. Diese muss allerdings mindestens 4 Wochen vor dem Urlaub geimpft werden damit ein ausreichender Schutz vorhanden ist und sollte jährlich wiederholt werden. Eine Infektion kann der Impfstoff leider nicht sicher verhindern, aber das Risiko sich anzustecken ist deutlich reduziert. Die Ektoparasitenprophylaxe gegen die Stiche der Sandmücken bleibt auch mit Impfung der wichtigste Schutz.
Und die Herzwürmer?
Der Herzwurm Dirofilaria immitis wird auch durch Mücken über Stich übertragen. Im Blut vermehren sich die sogenannten Mikrofilarien und nach Wochen bis Monaten (oder Jahren) entwickeln sich diese zu ausgewachsenen Herzwürmern und verbleiben in der Lungenarterie und in der rechten Herzhälfte. Später kann es nach langer Symptomlosigkeit zu schweren Symptomen kommen wie Lungenhochdruck oder Thromboembolien (Blutgerinnsel in der Lunge), was zu plötzlicher, starker Atemnot führt.
Als Prophylaxe ist es ausreichend eine Wurmkur mit dem Wirkstoff Milbemycinoxim anzuwenden. Wichtig ist, dass man dieses spätestens 4 Wochen nach einem möglichen ersten Kontakt anwendet (also 4 Wochen nach dem ersten Urlaubstag) und bis zu 30 Tage nach der letzten möglichen Übertragung. Ist man länger im Urlaub, ist alle 4 Wochen eine Wurmkur nötig, bis man wieder in Deutschland ist. Meine Hunde bekommen direkt nach dem Urlaub und 4 Wochen später eine Wurmkur, um auf Nummer sicher zu gehen.
Sie wollen demnächst in den Süden und Urlaub mit Ihrem Hund machen? Kontrollieren Sie bitte unbedingt, ob die Tollwutimpfung im blauen EU-Heimtierausweis noch gültig ist und sprechen Sie uns auf die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen für Ihren Hund an.
Weitere Informationen für welche Länder Schutz wichtig ist finden Sie unter: https://www.esccap.de/empfehlung/vbds/
Fazit
Der sicherste Schutz ist es natürlich, Ihren Hund nicht mit in den Urlaub zu nehmen. Dennoch ist Urlaub im Süden mit Ihrem Hund ist jederzeit möglich mit der richtigen Prophylaxe gegen Leishmaniose, Herzwürmern und Zecken und einer gültigen Tollwutimpfung in einem EU-Heimtierausweis